Text- u. Bildquelle: SOS-Kinderdorf e.V.

SOS-Kinderdorf Inhambane 

Aufgrund des damals seit 16 Jahren tobenden Bürgerkrieges entschloss sich SOS-Kinderdorf 1986, in Mosambik tätig zu werden. Zunächst wurde die Errichtung eines SOS-Kinderdorfes in Tete, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Nordosten des Landes, beschlossen, um den zahlreichen Kindern, die im Krieg ihre Eltern verloren hatten, ein neues Zuhause zu bieten. Die Grundsteinlegung erfolgte 1987 und im Mai 1989 konnte das SOS-Kinderdorf Tete feierlich eröffnet werden. Aufgrund der mangelnden Infrastruktur in der näheren Umgebung wurden auch ein SOS-Kindergarten, eine SOS-Hermann-Gmeiner-Grund- und Sekundärschule, eine kleine Krankenstation, eine Farm und eine Bäckerei errichtet. Zwei Jahre später, 1991, begannen die Arbeiten am zweiten SOS-Kinderdorf Mosambiks in Laulane, einem Vorort der Hauptstadt Maputo. Auch dieses SOS-Kinderdorf umfasste von Anfang an zahlreiche zusätzliche Einrichtungen und schon Ende 1992 konnten die ersten Kinder einziehen. Anlässlich der offiziellen Eröffnung des SOS-Kinderdorfes Maputo am 25. Februar 1995 entstand die Idee, ein drittes SOS-Kinderdorf in Mosambik zu errichten. Als Standort wurde Pemba, Hauptstadt der Provinz Cabo Delgado, ca. 2.000 km nordöstlich von Maputo, ausgewählt und im Jahr 2000 besiedelten schließlich die ersten Familien die neuen Familienhäuser. Die Bauarbeiten am vierten mosambikanischen SOS-Kinderdorf in Inhambane begannen im Sommer 2005 und konnten im Frühjahr 2008 abgeschlossen werden. Ein weiteres SOS-Kinderdorf in Chimoio befindet sich zurzeit in Bau. 

Im Laufe der Jahre organisierte SOS-Kinderdorf Mosambik zahlreiche SOS-Nothilfeprogramme, wie z.B. in den 1980er und 1990er Jahren Ausspeisungsprogramme und medizinische Grundversorgung für Kinder und ihre Mütter, schwangere Frauen und ältere Menschen aus den lokalen Gemeinden. Als im Jahr 2000 ein tropischer Sturm einige Provinzen verwüstete, verteilte SOS-Kinderdorf Medikamente an Familien in der Nachbarschaft und stellte die Trinkwasserversorgung sicher. 

Inhambane, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, liegt etwa 400 Kilometer nördlich von Maputo. Die Geschichte der Stadt reicht bis ins 10. Jh. zurück, als Inhambane von den Arabern als Seehafen genützt wurde. Zitrusfrüchte zählen zu den bedeutendsten Anbauprodukten der Region, die einen der bedeutendsten Schriftsteller des Landes, Craveirinha, zu seinem Werk "The Tasty Tangerines of Inhambane" ("Die leckeren Mandarinen Inhambanes") inspirierten. Die Stadtregierung von Inhambane steht der Arbeit von SOS-Kinderdorf sehr positiv gegenüber. Ein passendes Grundstück rund zwei Kilometer außerhalb der Stadt wurde für die Errichtung des SOS-Kinderdorfes Inhambane ausgewählt. Das Land befindet sich nahe dem Flughafen und die Umgebung ist ein dünn besiedeltes, ländliches Gebiet, dessen Bevölkerung großteils in einfachen Häusern aus Stroh lebt. 

Das SOS-Kinderdorf Inhambane besteht aus fünfzehn Familienhäusern, einem Verwaltungs- und Servicebereich sowie Häusern für den Dorfleiter und die SOS-Tanten (unterstützen die SOS-Kinderdorf-Mütter und vertreten sie im Falle ihrer Abwesenheit). Bis zu 150 verwaiste, verlassene oder vernachlässigte Kinder finden in den fünfzehn Familienhäusern ein neues Zuhause, in dem sie von ihren SOS-Kinderdorf-Müttern liebevoll betreut werden. Auch ein SOS-Kindergarten mit drei Gruppenräumen entstand, in dem bis zu 90 Kinder aus dem SOS-Kinderdorf und aus der Nachbarschaft Vorschulerziehung erhalten. Die Kinder spielen und lernen gemeinsam, was ihre Integration und ihr gegenseitiges Verständnis sehr positiv beeinflusst. Bis zu l .000 Kinder und ihre Verwandten aus HIV/AIDS betroffenen Familien erhalten durch das SOS-Sozialzentrum direkte Unterstützung, Beratung und medizinische Betreuung. In erster Linie werden Kinder unterstützt, die beide Elternteile verloren haben und nun bei Großeltern, älteren Geschwistern oder anderen Verwandten leben, sowie solche, deren Eltern schwer krank sind. Zusätzlich können in den 14 Klassenräumen der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule bis zu 800 Schüler ihre Grund- und Sekundarschulausbildung absolvieren. 

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