Entwicklung

Die Praktikantengruppe 2007 im Rosengarten in l’Haÿ-les-Roses

Seit etwa 20 Jahren existiert die Städtepartnerschaft zwischen Bad Hersfeld und l’Haÿ-les-Roses, daher bot es sich an auch einen Austausch zwischen SchülerInnen unserer beiden Gemeinden zu arrangieren. Dieses schwierige Unterfangen scheiterte aber bisher an den völlig unterschiedlichen Strukturen der deutschen und französischen Schullandschaft.

Leider sind in unserer französischen Partnerstadt nur so genannte „collèges“ vertreten vergleichbar mit Gesamtschulen. Die Alterstruktur der dortigen Deutschlehrer ließ aber kein Engagement an einem anstrengenden Austausch aufkommen.

Dennoch haben das wohlwollende Verhalten der Vertreter der jeweiligen Gemeinden, allen voran die beiden Bürgermeister Patrick Sève und Hartmut Boehmer es zugelassen, dass zunächst vereinzelt französische SchülerInnen bzw. StudentInnen nach Bad Hersfeld kamen, um ein Praktikum bei der Sparkasse, bei der Stadtverwaltung oder bei der Firma Grenzebach zu absolvieren mit Unterstützung der Stadt Bad Hersfeld und hier vor allem mit dem direkten Ansprechpartner Herrn Walter Stück.

Erste Berufspraktika

Dann gelang es uns 2004 ein Projekt einzuleiten, bei dem zum ersten Mal 6 SchülerInnen der Modellschule Obersberg für 14 Tage nach l’Haÿ-les-Roses fahren konnten, um dort in Teilbereichen der städtischen Verwaltung ein Berufs- und Sprachpraktikum zu machen.

Die Praktikantengruppe 2006 in l’Haÿ-les-Roses; untere Reihe ganz links: Patricia Saget-Touron

Dazu mussten sie die ersten 7 Tage der Osterfreien „opfern“, sodass nur die letzte Woche vor den Osterferien der Unterricht ausfiel. Auf der Hinfahrt (mit dem Zug) begleitete sie eine Lehrkraft, auch um ihnen in Paris zu zeigen, wie man vom Gare de l’Est zum Gare du Nord kommt und von dort mit der richtigen RER nach l’Haÿ-les-Roses. Die Rückfahrt war dann allein zu bewältigen. Angekommen in unserer Partnerstadt wurden sie zunächst von Patricia Saget-Touron in Empfang genommen und Jacqueline Geyl, der für die Städtepartnerschaft verantwortlichen Stadträtin um dann ihren Gastfamilien vorgestellt zu werden, in denen sie 14 Tage leben sollten. Patricia begleitete am ersten Arbeitstag alle deutschen PraktikantInnen an ihre jeweilige Arbeitsstelle und stellte sie den dortigen Angestellten vor.

Dabei handelte es sich um die städtische Bibliothek, das Hallenbad, das Standesamt, dem städtischen Bereich für Jugendarbeit, der Betreuung der Kultureinrichtungen wie dem ortsansässigen Kino und dem Büro des Centre Culturel. Nach 7 Tagen wurde dann innerhalb der Praktikumsstellen gewechselt. Zu den anfallenden Arbeiten gehör(t)en das Schwimmbecken säubern, den Eintritt ins Schwimmbad kontrollieren, Bücher in der Bibliothek ausgeben und einsortieren, Lesestunden auf deutsch mit jungen SchülerInnen organisieren, Daten in das Standesamtsregister eingeben, Kopien anfertigen , den Sozialarbeiter zu Veranstaltungen begleiten, die Bühnen vorbereiten für Veranstaltungen, Künstlern beim Ankleiden helfen, Briefe übersetzen und viele andere Tätigkeiten dazu. Am Wochenende organisierte dann die Stadt l’Haÿ-les-Roses ein „Repas amical“ mit allen Gastfamilien und PraktikantInnen und an einem weiteren Wochenendtag ging es mit den Gastfamilien nach Paris zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

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