Schulportfolio
Das Konzept des „Schulportfolios“ der Modellschule Obersberg
Der Impuls für das Vorhaben, ein Schulportfolio in unserer gymnasialen Oberstufe einzuführen, entstand aus Anlass der Einführung neuer Prüfungsformen wie Präsentation und Besondere Lernleistung durch die Landesregierung. Die Einführung eines Portfolios erschien als der geeignete Weg über die Förderung der Selbstlernkompetenz die Schülerinnen und Schüler ergänzend zum Unterricht auf die neuen Prüfungsformen vorzubereiten und zugleich methodische Standards in der Schule umzusetzen.
Weiterhin soll die Arbeit mit dem Portfolio dazu beitragen, die Schülerinnen und Schüler auf Anforderungen vorzubereiten, die nach ihrer Schulzeit auf sie zukommen können, beispielsweise Bewerbungen, Studium, Beruf und Weiterbildung.
In seiner ersten Fassung soll das Schulportfolio in Anlehnung an das Konzept des europäischen Fremdsprachenportfolios in erster Linie der Selbstevaluierung der Lernenden im Bereich ihrer methodischen Kompetenzen dienen. Anhand einer Liste, welche die Kompetenzen aufzeigt, die die Schülerinnen und Schüler bis zu ihrer Abschlussprüfung erworben haben müssen, können sie zu einer Einschätzung ihres eigenen Lernstands gelangen und diesen in einer weiteren Liste schriftlich festhalten. Dies soll in regelmäßigen Abständen erfolgen, damit die Lernenden ihren Lernprozess eigenverantwortlich steuern und planen können. Die schriftliche Fixierung der einzelnen Lernstände hilft ihnen Fortschritte oder Defizite zu erkennen und sich auf dieser Grundlage neue Ziele zu setzen, um die erforderlichen Kompetenzen zu erlangen.
Des Weiteren enthält das Portfolio ein Dossier, in welchem die Schülerinnen und Schüler ausgewählte Arbeiten und Leistungen sowohl unterrichtlicher als auch außerunterrichtlicher Art sammeln können, um ihre persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten darzustellen. Das Portfolio wurde im letzten Jahr zunächst als Lose-Blatt-Sammlung von den Tutoren an die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 des laufenden Schuljahres ausgegeben, um in einer Art „Probedurchlauf“ die Eignung und Handhabung des Portfolios in dieser Form zu testen und weitere Schritte für die für alle Schülerinnen und Schüler verbindliche Einführung der Portfolioarbeit planen zu können.
Inzwischen wird nach Anregung durch ähnliche Projekte in anderen Schulen an einer Erweiterung der ersten Fassung gearbeitet. Sie soll durch einen Abschnitt ergänzt werden, der mit „Orientierung in der Schule“ überschrieben ist und der den Schülerinnen und Schülern Informationen zu Angeboten, Qualifikationen, Regeln, Zuständigkeiten in unserer Schule liefern soll. Es ist geplant, dass das Schulportfolio in gedruckter Form ab dem Schuljahr 2007/08 allen Schülerinnen und Schülern mit Eintritt in die Gymnasiale Oberstufe ausgehändigt wird. Es soll sie künftig während ihres gesamten Aufenthalts an der MSO begleiten.