Aufgaben
Ihnen werden die Aufgaben mit einem zielführenden Sinn gestellt. Die Arbeit mit der Quelle (Aufgabe a) dient der Hervorhebung des wichtigen Inhalts oder von Widersprüchen, die in der weiteren Klausur (Aufgabe b und c) von Bedeutung sind. Insbesondere sollen Sie hier die Quelle so zusammenfassen, dass die Argumentation des Autors deutlich wird. Nehmen Sie also diese einfach erscheinende Aufgabe ernst, sie ist das Fundament Ihres Erfolges. Es gibt gute und schlechte Antworten. Folgendes zeichnet gute Antworten aus und sollte von Ihnen erlernt und angewendet werden:
- a) Textarbeit an der Quelle: Gute Quellenzusammenfassungen eröffnen mit wesentlichen Informationen zur Quelle an sich (Autor, Adressat, Quellenart, Quellengattung, Datum, Veröffentlichung). Außerdem benennt man hier möglichst treffend in eigener Sprache das Thema der Quelle. Dies alles nennt sich äußere Quellenkritik. Im Hauptteil ist es wichtig klar herauszustellen, dass die wiedergegebenen Aussagen nicht Ihren Ansichten, sondern denen des Autors der Quelle entsprechen. Benutzen Sie den Konjunktiv, um dies deutlich zu machen. Der Konjunktiv ist im Deutschen neben dem Indikativ und dem Imperativ einer der drei Modi eines Verbs. Er wird für die Darstellung einer Möglichkeit verwendet und auch als Möglichkeitsform bezeichnet. Es gibt zwei Arten des Konjunktivs: Konjunktiv I und Konjunktiv II, die beide die Zeitstufen der Gegenwart, der Vergangenheit und der Zukunft annehmen können. Der Konjunktiv I wird in der indirekten Rede verwendet, der Konjunktiv II wird häufig in Konditionalsätzen genutzt. Die meisten Fehler entstehen hier durch die Nichtbeachtung des Konjunktivs. Kopieren Sie nicht die Quelle, sondern wenden Sie eigene Formulierungen an und nutzen Sie die Fachbegriffe. Übernehmen Sie keine seltsamen Wortschöpfungen aus dem Original und erfinden Sie auch keine neuen, die Sie dann umständlich in Anführungszeichen setzen. Das ist unprofessionell! Zeilenbelege und ein oder zwei treffende Zitate können Sie einbringen, sie werden aber nicht von jedem Lehrer erwartet.
- b) Kontext der Quelle: Gute zeitliche Einordnungen sind chronologisch eindeutig aufgebaut, beachten die in der Aufgabenstellung genannten Einschränkungen und sind im Präteritum verfasst. Hier sind Zeilenbelege und Verweise auf die Quelle Pflicht. Vergessen Sie diese Verweise nicht, denn damit heben Sie die Bedeutung der Quellenzusammenfassung hervor. Sehr gute Antworten eröffnen mit einer Erklärung über das geplante methodische Vorgehen, z.B.: "Zunächst werde ich die Umstände zwischen Frühjahr 1989 und März 1990 in der DDR darstellen und anschließend die mir vorliegende Quelle in diese Umstände einordnen." Dies hilft Ihnen auch eine sinnvolle Antwortstruktur zu entwickeln. Schreiben Sie niemals, wirklich niemals, einfach nur einen Text mit 1001 aufeinanderfolgenden Ereignissen, sondern bedenken Sie welche für die Bearbeitung des Operators notwendig sind. Hierfür benötigen Sie das zu Beginn angesprochene Faktenwissen und Kausaldenken. Nicht immer muss der Kontext der Quelle durch eine rein chronologische Einordnung erläutert werden. Oftmals müssen Sie auch innerhalb einer anderen Aufgabenformulierung diese Einordnung vornehmen, allerdings mit einem anderen Schwerpunkt.
- c) Wertung der Quelle: Gute Transformationsaufgaben zeichnen sich vor allem durch die absolute Beachtung des Operators aus. An dieser Stelle möchte man nicht Ihre Meinung zu Gott und der Welt wissen, wohl aber zu der vom Operator/der Aufgabe geforderten Denkleistung. Absolute Beachtung des Operators bedeutet, dass Sie z.B. darauf achten, ob Ihre persönliche Meinung gefordert ist oder nicht. Achten Sie auch auf Einschränkungen und Konkretisierungen. Wenn Sie mit bestimmten Ansätzen oder Materialien arbeiten sollen, dann tun Sie dies. Legen Sie dar, wie Sie Ihre Schlüsse ziehen möchten. Auch hier sollten Sie zu Beginn Ihr methodisches Vorgehen erklären, z.B.: "Um zu beurteilen, inwiefern die Regierung der DDR mit der nationalsozialistischen Diktatur zu vergleichen ist, werde ich zunächst ein Raster entwickeln, indem ich verschiedene Themengebiete zur weiteren Untersuchung benenne." Begründen Sie Ihre Antwort. Nutzen Sie dafür z.B. die Quelle oder Ihr Faktenwissen.